Zehn Punkte Plan für Hochschulen

Zehn-Punkte-Plan für Hochschulen zur Umsetzung der Digitalen Souveränität

Dies ist ein Zehn-Punkte-Plan zur Umsetzung digitaler Souveränität an Hochschulen in Bayern, orientiert an den bayerischen Hochschulstrategien und den aktuellen Empfehlungen zu digitaler Souveränität im Wissenschaftsbereich. Die Schwerpunkte liegen auf Governance, Open Source, Cloud-Strategie, Sicherheit, Datenkontrolle und Kooperation.1 2 3 In einem nächsten Schritt sollten Zeiträume für die Umsetzung eingeplant werden.

1. Verbindliche Governance schaffen

Jede Hochschule sollte digitale Souveränität als Leitungsaufgabe verankern und klare Verantwortlichkeiten auf CIO-/IT-Leitungsebene festlegen. Der Wissenschaftsrat empfiehlt ausdrücklich, Verantwortlichkeiten für Digitales eindeutig zuzuordnen und auf Leitungsebene abzubilden.4

2. Abhängigkeiten systematisch messen

Es braucht einen bayernweit einheitlichen Kriterienkatalog, mit dem Hochschulen ihre Abhängigkeit von Herstellern, Plattformen und Diensten bewerten können. Genau ein solcher Kriterienkatalog wird im Digitalverbund Bayern für die Analyse und Bewertung digitaler Souveränität vorgesehen.5

3. Cloud-Nutzung begrenzen und steuern

Cloud-Dienste sollen nicht pauschal ausgeschlossen, aber nach klaren Kriterien für Datenschutz, Cybersicherheit, Unabhängigkeit und Ausweichmöglichkeiten geprüft werden. Die bayerischen Projekte zu digitalen Handlungsoptionen betonen gerade die Risiken einseitiger Abhängigkeiten von kommerziellen Cloud-Anbietern. 6 7

4. Open-Source-Alternativen priorisieren

Wo immer fachlich und wirtschaftlich sinnvoll, sollten Hochschulen offene Standards und Open-Source-Software bevorzugen, besonders bei Kollaboration, Office, Lernplattformen und Infrastrukturkomponenten. Das stärkt die Wechselbarkeit, reduziert Lock-in und passt zu den in Bayern diskutierten Handlungsempfehlungen.8

5. Datenhoheit absichern

Daten sollten nach Schutzbedarf klassifiziert, technisch getrennt und möglichst so verarbeitet werden, dass Hochschulen die Kontrolle über Speicherort, Zugriffsrechte und Export behalten. Datenschutz und Datensicherheit werden im bayerischen Hochschulkontext ausdrücklich als zentrale Entscheidungsdimensionen der digitalen Souveränität benannt.

6. Sicherheitsniveau erhöhen

Digitale Souveränität braucht robuste Cybersicherheit, Notfallpläne, Härtung der Systeme und regelmäßige Sensibilisierung der Beschäftigten. Der Wissenschaftsrat hebt besonders hervor, dass Hochschulen im offenen Wissenschaftsumfeld ihre Sicherheits- und Organisationsstrukturen professionalisieren müssen.

7. Interoperabilität verpflichtend machen

Neue Systeme sollten nur beschafft werden, wenn sie offene Schnittstellen, Datenexport und Integration in bestehende Hochschulsysteme unterstützen. Die bayerische IT-Strategie fordert genau diese kooperative, integrierte und zukunftsfähige IT-Landschaft über Hochschulgrenzen hinweg.

8. Beschaffung strategisch ausrichten

Vergabe und Rahmenverträge sollten nicht nur auf Preis, sondern auch auf Souveränität, Wartbarkeit, Nachhaltigkeit und Wechselkosten prüfen. In Bayern wird die gemeinsame Beschaffung bereits als Mittel gesehen, Abhängigkeiten zu reduzieren und Synergien zu schaffen. 9


9. Personal und Kompetenzen ausbauen

Hochschulen brauchen mehr internes Know-how in Architektur, Betrieb, Informationssicherheit, Datenmanagement und Open-Source-Integration. Die bayerische IT-Strategie nennt dafür ausdrücklich bessere Rahmenbedingungen für Personalgewinnung, Entwicklung und Qualifikation im IT-Bereich.

10. Kooperation bayernweit organisieren

Digitale Souveränität lässt sich an Hochschulen am besten kooperativ erreichen, etwa über gemeinsame Standards, Referenzarchitekturen, Betriebskonzepte und geteilte Services. Genau darauf zielen der Digitalverbund Bayern und die bayerische IT-Strategie ab, um Ressourcen zu bündeln und hochschulübergreifende IT-Services zu ermöglichen. 10

1 https://www.forumbd.de/wp-content/uploads/2025/09/2025-09-24-FBD-KonfBD25-Orientierungspapier.pdf

2 https://www.zki.de/fileadmin/user_upload/ZKI-Digitale_Souveraenitaet-2022-V2.pdf

3https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/digitale-hochschule-herausforderungen-und- kooperationsmoeglichkeiten/

4 https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/4/726018_Digitalisierung_der_Hochschulbildung.pdf

5 https://www.pedocs.de/volltexte/2019/16569/pdf/vbw_2018_Digitale_Souveraenitaet_und_Bildung.pdf

6 https://www.pedocs.de/volltexte/2019/16569/pdf/vbw_2018_Digitale_Souveraenitaet_und_Bildung.pdf

7 https://www.bildungmussmehr.de/de/forderung-an-die-politik/unser-10-punkte-plan/

8 https://www.pedocs.de/volltexte/2019/16569/pdf/vbw_2018_Digitale_Souveraenitaet_und_Bildung.pdf

  1. 9 https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2016/2016_12_08-Bildung-in-der-digitalen Welt.pdf
  1. 10https://www.egovernment.de/digital-souveraene-schule-a-e503b662159961c349d826cd89a0ebb4/